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Dienstag, 18. Februar 2020

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Ratgeber Tinnitus und Hyperakusis

Ratgeber Tinnitus und Hyperakusis

von Gerhard Goebel und Carl Thora

2019, 102 Seiten, kartoniert






Bestell-Nr.: 49387
Preis (Stück): EUR 12,95 (inkl. 7 % MwSt.)
Versandkosten ...

 

ISBN: 9783801718244

Beschreibung



Informationen für Betroffene und Angehörige:

Zahlreiche Menschen leiden unter Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder einer Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis). Akute Tinnitussymptome gehen häufig in eine chronische Form über, d.h. das Pfeifen bzw. das Rauschen im Ohr bleibt über viele Jahre hinweg permanent hörbar. Wenn zudem eine Geräuschüberempfindlichkeit besteht, empfinden Betroffene den Tinnitus als noch lauter.

Der Ratgeber liefert Informationen über den neuesten Wissensstand zu den biologischen und psychologischen Hintergründen des Tinnitus und der Hyperakusis. Er erklärt, wie das Gehör funktioniert, was ein Tinnitus bzw. eine Hyperakusis ist und wie man sie messen kann. Weiterhin geht es darum, was das Ohrgeräusch bzw. die Geräuschüberempfindlichkeit auslösen kann und wie sie aufrechterhalten werden. Zudem wird aufgezeigt, wie eine Akutbehandlung bei Tinnitus aussieht, auf welchen Säulen eine professionelle ambulante Behandlung beruht und welche weiteren gängigen Therapieverfahren es gibt. Schließlich wird erläutert, was Betroffene selbst gegen den Tinnitus und die Hyperakusis unternehmen können.


Rezensionen



Ein lesenswerter Ratgeber

Ratgeber zu Ohrgeräuschen und Geräuschempfindlichkeit erscheinen regelmäßig auf dem Markt. Aus berufenem Munde sind diese indes oft rar. Der neue Ratgeber „Tinnitus und Hyperakusis“ ist eine spannende Ausnahme, gehören die Autoren doch zu den erfahrenen Therapeuten auf diesem Gebiet. Gerhard Goebel war lange Jahre Chefarzt der Klinik Roseneck in Priem/Chiemsee und ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Tinnitus-Liga. Carl Thora leitet seit 2002 das Tinnitus-Beratungszentrum TIBEZ in München.

Das Buch führt zunächst in die Krankheitsbilder ein und wirft einen detaillierten Blick auf das Ohr. Der Bereich nimmt rund ein Drittel des Buches ein. Das ist sinnvoll, denn das Hörorgan ist äußerst komplex, und Sachaufklärung tut insbesondere bei dem Phänomen Tinnitus aufgrund der Komplexität not. Gut erklärte Details (zum Beispiel Misophonie und Phonophobie) räumen auf im Wirrwarr der Fachbegriffe und helfen dem Betroffenen letztlich auch zu mehr Klarheit in der Arzt-Patienten-Situation.

Kurze Merksätze fassen zentrale Information gut zusammen. Diese gute Strukturierung macht die Lektüre selten langweilig, nicht zuletzt, da auch spannende thematische Abstecher zu finden sind. So gibt der Abschnitt über kulturhistorische Beispiele gute Einblicke in die Welt berühmter Betroffener oder klärt über Tinnitus und Aberglaube auf. Da macht es einfach Spaß, abseits der üblichen Aspekte etwas über Tinnitus und Hyperakusis zu erfahren. Das Kapitel der Ursachenforschung geht weit über landläufige Ansätze (Erkrankung Innenohr, Stress, Verspannungen) hinaus. Selbst seltene Phänomene wie Hydrops finden Beachtung. Dabei wahren die Autoren stets eine wohltuende Balance zwischen notwendigen Fachbegriffen und medizinischen Details einerseits sowie guter Lesbarkeit und Verständlichkeit andererseits.

Auch Darstellungen des Teufelskreislaufes beim Tinnitus und wie dieser durchbrochen werden kann, sind schlüssig aufgezeigt. Hier leistet das Buch einmal mehr Hilfestellung – legt es doch dar, dass Hilfe möglich ist und dass es besser wird mit der Zeit. Betroffene, die sich in Arztpraxen oft mit dem Satz „Da kann man nichts machen“ konfrontiert sehen, werden die Leistung des Buches in dieser Hinsicht sehr zu schätzen wissen. Dies gilt auch für das dritte Kapitel, das zunächst die Kräfte der Selbsthilfe mobilisiert. Sehr schön, dass auch die Arbeit der Selbsthilfe gewürdigt wird und Angehörigen von Betroffenen ein zumindest kurzer Abschnitt gewidmet wird. Sehr umfassend werden hier mögliche Behandlungsformen dargestellt und diskutiert. Anhand der beigestellten, aktuellen Behandlungsleitlinien ist zudem der Stand der Forschung einsehbar.

Fazit

Die Neuerscheinung unterstützt Betroffene enorm, ihre individuelle Kompetenz zu stärken. Sowohl frisch Betroffene als auch Menschen mit langjähriger, chronischer Erfahrung profitieren von dem Ratgeber. Kompakt, aber fundiert und gut lesbar wird der Leser auf den Stand der Dinge gebracht. Dies ist umso wichtiger, weil gerade bei Tinnitus und Hyperakusis verschiedene Disziplinen in der Abklärung und Therapie ineinandergreifen, der Patient indes oft auf Achselzuckmedizin trifft, die nicht über den Tellerrand blickt und so den Weg zur Linderung mitunter erschwert. Kompetente Patienten sind mithin wichtig, um Tinnitus und Hyperakusis in den Griff zu bekommen und den individuellen Weg der Linderung zu planen. Das Buch unterstützt maßgeblich dabei und hilft auch Angehörigen, ihre betroffenen Mitmenschen weitaus besser zu verstehen. Klare Leseempfehlung!

Holger Crump

Rezension aus: Hörakustik, Ausgabe  4-2019
 
 
 
Hilfreicher und verständlicher Ratgeber

Gerhard Goebel und Carl Thora: Ratgeber Tinnitus und Hyperakusis. Informationen für Betroffene und Angehörige. Hogrefe Verlag, Göttingen, 2019, ISBN 978-3-8017-1824-4


Um es vorweg zu nehmen: Der „Ratgeber für Tinnitus und Hyperakusis“ von Professor Dr. Gerhard Goebel und Dr. Carl Thora ist ein überaus hilfreiches Buch zur Bewältigung des Tinnitus. Ich möchte sogar so weit gehen zu sagen, dass es damit fast immer möglich sein sollte, den Tinnitus auf ein nicht mehr beachtenswertes Niveau zu bringen!

Ich bin seit etwa sieben Jahren ehrenamtlicher Berater für die Deutsche Tinnitus-Liga (DTL). Im Laufe der Jahre habe ich mit sehr vielen Betroffenen gesprochen und dabei auch viele auf ihrem Weg zur Verringerung der Tinnitusbelastung begleitet. Dabei zeigte sich immer, dass das Erreichen des, so wie ich es nenne, „Umkehrpunktes“ das Entscheidende ist. Kurze Erklärung dazu: Vor dem „Umkehrpunkt“ liegen die Ohrgeräusche und eventuell auch eine Hyperakusis (Lärmüberempfindlichkeit) mit gleichbleibender oder steigender Belastung vor. Es erfolgt eine ständige Suche nach Ärzten und Therapien, die den Tinnitus beseitigen können. Es gibt immer wieder neue Termine und Enttäuschungen.

Am „Umkehrpunkt“ kennt man dann seinen Tinnitus und das Funktionsprinzip besser. Man hat erkannt, dass es keinen Arzt und keine Therapie gibt, die den Tinnitus vollständig beseitigen kann. Falls eine Hörbeeinträchtigung vorliegt, ist man jetzt mit Hörgeräten versorgt. Die Suche nach Ärzten und Therapien ist beendet und damit auch der Terminstress. Zudem wurde erkannt, dass kein Verschulden am eigenen Tinnitus vorliegt und Selbstvorwürfe, nicht rechtzeitig genug zum Arzt gegangen zu sein oder nicht intensiv und ausreichend genug nach Heilungsmöglichkeiten gesucht zu haben, falsch sind. Man ist sich jetzt sicher, dass der eigene Tinnitus nicht gefährlich und nicht das Symptom einer schwereren, noch verborgenen Krankheit ist. Er ist schlimmsten Falles lästig. Zur Abrundung ist man Mitglied der DTL und eventuell einer örtlichen Selbsthilfegruppe, um die Gewissheit zu haben, nichts zu verpassen, auch wenn nicht mehr ständig ein Arzt aufgesucht wird.

Nach dem „Umkehrpunkt“ verringert sich die Tinnitusbelastung ohne weiteres Zutun, langsam aber stetig. Es gibt durchaus auch ein kurzes Verharren oder kleine Rückfälle. Man kann sich weiterhin für geeignete Therapien interessieren. Eile ist jedoch nicht geboten. Das Ganze lässt sich mit einer Spirale vergleichen. Sie dreht sich anfangs mehr oder weniger stetig nach unten. Im „Umkehrpunkt“ bleibt sie stehen und dreht sich danach stetig, mit kleinen Stopps wieder nach oben. Das Entscheidende ist also das Erreichen des „Umkehrpunktes“. Dies kann eine Weile dauern und sehr oft behindert man sich dabei selbst. Man bräuchte also Unterstützung. Weil jeder Mensch mit seinem Tinnitus sehr individuell ist, ist diese Unterstützung sehr zeitintensiv. Da wird es schwierig bis fast unmöglich, jemanden zu finden, der die nötige Zeit aufwendet und vor allem auch die Kompetenz hat. Diese Rolle kann nun in ganz hervorragender Weise der genannte Ratgeber übernehmen. Der „Umkehrpunkt“ kann damit ohne Umwege erreicht werden. Letztere sind sonst kaum zu vermeiden und können sehr lang sein.

Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und enthält genau das, was gebraucht wird. Hilfreich ist dabei auch die Kürze des Buches. In Kapitel eins und zwei erfährt man viel über den Hörvorgang und wie sich der Tinnitus darin verhält. Mit Hilfe dieser zwei Kapitel kann der persönliche Tinnitus einordnet werden. Das ist eine wichtige Voraussetzung für alles Weitere.

Sinnvoll ist es, diese Kapitel mehrfach zu lesen. Auch in größeren Zeitabständen. Da das Buch sehr verständlich geschrieben ist, wird man glauben, bereits beim ersten Mal viel verstanden zu haben. Dies ist auch so. Aber es genügt nicht. Man braucht die richtige und möglichst genaue Einordnung seines Tinnitus, die so schnell nicht getroffen werden kann. Mit dem Hintergrundwissen des Gelesenen und den dann besser verstandenen eigenen Erfahrungen formt sich von Mal zu Mal das Bild des eigenen Tinnitus. Dieser Vorgang funktioniert von ganz allein.

Das Kapitel drei beschreibt die diversen Therapien und ordnet sie ein. Die Skala geht von nützlich über weniger nützlich, unnütz und bis hin zur Geldschneiderei. Insbesondere in der Phase nach dem „Umkehrpunkt“, in der man sich in aller Ruhe mit weiteren Möglichkeiten befassen möchte, ist es sehr hilfreich.

Abschließend sei gesagt, dass das Erreichen des „Umkehrpunktes“ nicht unmittelbar wahrgenommen werden kann. Man merkt allerdings, ob man sich noch vor dem „Umkehrpunkt“ befindet (Spirale dreht abwärts) und irgendwann, dass sich die Spirale nach oben dreht. Wann sie stillgestanden hat, kann bestenfalls etwas eingegrenzt werden. Das ist aber auch unwichtig.

Aus der Erfahrung meiner Beratertätigkeit und aus Erkenntnissen an mir selbst weiß ich, dass der Weg aus der Tinnitusbelastung in fast allen Fällen genau so abläuft. Der Ratgeber „Tinnitus und Hyperakusis“ enthält das, was dazu gebraucht wird. Er muss nur richtig angewendet werden, also mehrfach gelesen werden.. Ich wiederhole dies, weil es sehr wichtig ist.

Mit im Laufe der Zeit wachsenden eigenen Kenntnissen werden auch die Fragen andere. Man wird erstaunt sein, nun plötzlich auch dafür die Antworten in dem Buch zu finden. Man hat sie vorher nicht gesehen.

Fazit: Der Ratgeber ist ein überaus geduldiger und kompetenter Begleiter auf dem neuesten Stand des Wissens und der Erkenntnisse.

Axel Quednau, DTL-Selbsthilfe-Gruppe Kiel

 

 

 

Gerhard Goebel und Carl Thora: Ratgeber Tinnitus und Hyperakusis. Informationen für Betroffene und Angehörige. Hogrefe Verlag, Göttingen, 2019, ISBN 978-3-8017-1824-4

Obwohl dieser Ratgeber zum Thema Tinnitus (Ohrgeräusche) und Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) kaum mehr als 100 Seiten umfasst, geht er diesen komplexen Themenbereich doch sehr umfassend und substanziell an. Im ersten Kapitel werden die Begriffe Tinnitus, Hyperakusis, Misphonie und Phonophobie sowie die damit verbundenen Aspekte (wie resultierende psychische Belastungen, Diagnostik, Prävalenz) erläutert und die Funktion unseres Gehöres allgemeinverständlich dargestellt. Hier kommen auch zentrale Hörverarbeitung und Wahrnehmung nicht zu kurz, da sie für das Verständnis der modernen Modelle zur Entstehung von Tinnitus und Hyperakusis unverzichtbar sind. Diesem Themenbereich ist das zweite Kapitel gewidmet, das die auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren behandelt. Im folgenden Abschnitt werden mögliche Therapie- und Selbsthilfeansätze beschrieben und bezüglich ihrer Wirksamkeit bewertet. Dabei nehmen Bewältigungsstrategien basierend auf den vier Säulen Informationsvermittlung, Einstellungsänderung, Hör- und apparative Therapie sowie Entspannungsverfahren eine zentrale Rolle ein.

Sehr hilfreich für die Orientierung des Lesers ist eine Tabelle, die eine Übersicht über gängige Therapieverfahren und Hinweise zu deren Wirksamkeit gibt. Dieser Überblick orientiert sich an der aktuellen AWMF-Leitlinie „Chronischer Tinnitus“ und repräsentiert damit den State of the Art. Fallbeispiele und ein Anhang mit Literatur, Leseempfehlungen und nützlichen Adressen komplettieren den Ratgeber. Insgesamt vermittelt das Buch sehr deutlich, was Betroffene mit chronischem Tinnitus oder Hyperakusis von der Therapie erwarten dürfen und was nicht.

Entsprechend des Titels wendet sich der Ratgeber natürlich erstrangig an Tinnitus- und Hyperakusisbetroffene und deren Partner und Familien. Besonders wertvoll für diesen Leserkreis sind die farblich unterlegten Merksätze. Aber auch alle Berufsgruppen, die in Therapie und Beratung in diesem Bereich involviert sind, können von der langjährigen Praxiserfahrung der Autoren profitieren. Der vorliegende Ratgeber liefert nämlich nicht nur Einblicke in die Therapiemöglichkeiten der Nachbardisziplinen, sondern ist auch ein gutes Beispiel für betroffenengerechte Kommunikation.

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